5 (gar nicht mal so normale) Strategien gegen den Lockdown-Blues

Spazierengehen, Zoom-Dates mit der Familie, Keller aufräumen: Das kennen wir alles schon, oder? Und es ist ja auch nicht verkehrt, nach wie vor. Aber hat uns die erste Welle tatsächlich verändert? Haben wir das geschluckt und nach dem ersten Schock gedacht, nach dem Sommer kann alles wie gewohnt weitergehen? Falsch gedacht. Und schon rumort es bei Vielen: Die Maßnahmen werden kontrovers diskutiert, und sogar Verschwörungstheorien wabern durch die sozialen Medien.

Aber welche Haltung hilft wirklich gegen den Frust? Welche Beschäftigungen bringen etwas Farbe in den einsameren Alltag?


1. Jammer-Diät

Oft hilft im Leben die Erkenntnis, dass es ist, wie es ist. Jammern und Schuld zuweisen bringt uns nicht weiter. Und im gesellschaftlichen Zusammenhang kann es dazu führen, dass das Gebot der Stunde Solidarität und Fürsorglichkeit für die Mitmenschen auf der Strecke bleibt. Also erinnern wir uns an die große Welle an Mitmenschlichkeit im Frühjahr, und tragen wir sie weiter. Hören wir auf mit dem Jammern und verkneifen wir uns die aufkeimenden Ansprüche ans High Life. Wir werden es überleben. Wahrscheinlich. In der Zwischenzeit strengen wir hübsch unsere Gehirnzellen an und überlegen uns, was wir uns für private kleine Abenteuer verschaffen könnten.



2. Walk on the wild side

Wochenend-Trips nach Barcelona, Rom und Nizza: das war vorgestern. Urlaub an der Mecklenburger Seenplatte war gestern. Und heute? Bleibt nicht viel. Wirklich? Du kannst doch nach Übersee (Bayern), Amerika (Sachsen) oder Kalifornien (Schleswig-Holstein)! Oder nachsehen fahren, ob es Bielefeld wirklich gibt! Im Ernst: Sehen wir uns doch ein wenig in unserer Region um. Warum nicht mal in einen benachbarten, völlig unberühmten Ort oder Stadtteil fahren und dort spazieren gehen? Muss es denn immer klassisch schön sein? Und wer sagt denn, dass es in Kleinkleckersdorf nicht auch schöne, ungewöhnliche, bemerkenswerte Ecken gibt?


3. Fokus auf das Abseitige

Und das führt mich zu Punkt 3. Vielleicht sollten wir jetzt lernen, nicht immer nur auf das Offensichtliche zu blicken, auf die Standards: schöne Häuser, schöne Menschen, schöne Blumen, Postkartenmotive. Es gibt so vieles, was auf seine Art auch „pictionary“ ist. Einzigartig, individuell, lustig, aussagekräftig. Ich habe mir z.B. angewöhnt, bei meinen Wanderungen auch die etwas anderen Dinge zu fotografieren und ein, zwei Gedanken daran zu verschwenden. Wer war wohl der Urheber des „Tsunami-Warnschilds“ neben einem gewöhnlichen Ententeich? Vielleicht der sommersprossige 10jährige Sohn der Bäuerin vom angrenzenden Hof, dessen Onkel das Schild übers Internet bestellt hat?


4. Wohnzimmer-Ballett

Muckibude und Yogastudio sind zu, ganz zu Schweigen von diversen Tanzflächen – und immer nur Joggen ist zugegebenermaßen irgendwann langweilig. Wo bleibt denn da die Freude, die Beweglichkeit, die Musik? Wie wäre es mit etwas Hüftschwung in der Dusche zur Musi aus der Dose? Oder einem Tänzchen in der Küche beim Kochen oder Aufräumen? Ok, ich habe das schon immer irgendwie gemacht. Aber wenn du Inspiration brauchst: Youtube an und mitgemacht beim Wohnzimmer-Ballett. Der Tänzer Eric Gauthier animiert uns, zu Hip-Hop, Salsa oder Pop einfache, lockere, coole Tanzbewegungen für Körper, Kreislauf und Laune in den heimischen Wänden zu vollführen. Das macht einfach Spaß und bringt dich in Schwung. Man darf ruhig ein bisschen bekloppt sein, wen kümmert‘s? Und wenn du es gesitteter magst: Es gibt ja auch jede Menge andere Tanz- und Sport-Videos im Netz. Also runter vom Sofa, lächeln und loslegen.


5. The time is now

Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Bio ist zu teuer? Hm. Man gibt ja sonst kaum mehr was aus, oder? Da sich die Kohle gerade nicht mehr so leicht auswärts verprassen lässt, könntest du ja mal ein bisschen für Gesundheit und faire Landwirtschaft raushauen. Oder auch anderweitig das Prinzip Qualität über Quantität erheben. Klamotten, Wohnen, Beziehungen, Zukunftspläne. Frei skalierbar. Denk mal drüber nach.

Vielleicht können wir uns in dieser Krise ja doch nachhaltiger neu aufstellen? Es lohnt sich jedenfalls, alte Muster in Frage zu stellen. Denn dem alten Leben nachzujammern, ist ja auch leichter, als darüber nachzudenken, ob unser altes Leben denn wirklich so toll war. Ja, es ging und geht uns verdammt gut. Aber das Konsumdenken ist ja auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn wohin hat es uns geführt? Frag mal Greta.


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